"Ein Stück gemeinsames Leben.“

 

Lesecoach


IN DER WILHELM-MERTON-SCHULE

VORGESCHICHTE

Als ehrenamtliche Lesepatin lese ich seit 9 Jahren Kindern im Alter zwischen 3 und 6 Jahren in Kitas in Frankfurt am Main vor. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Kinder nur einen ganz geringen Wortschatz in der deutschen Sprache besitzen. Schon in der Kita versuche ich diesen Kindern schwere und unverständliche Wörter zu erklären und hinterfrage auch, ob sie den Text verstanden haben.

In diesem Zusammenhang dachte ich darüber nach, wie es für diese Kinder in der Grundschule weitergeht. Ich entwarf eine Projektbeschreibung für EINSzuEINS-Die Lesecoaches und stellte diese der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Freiwillig- Die Agentur vor. Das Projekt wurde angenommen und läuft seit Anfang 2010. Ende 2010 erhielten wir bereits den Preis bei einem Wettbewerb von UNICEF und den dm-Drogeriemärkten für eine Zukunfts-Initiative. Wir fanden die ersten Schulen, die an dem Projekt interessiert waren und auch Menschen, die ehrenamtlich – also ohne Bezahlung – bereit waren, Kinder mit Leseschwächen zu unterstützen.

DIE IDEE

Es ist die Idee des Projekts, dass die ehrenamtlichen Lesecoaches in Grund-, Förder-, Realschulen und Horten, in enger Zusammenarbeit mit den Lehrern, Kinder und Jugendliche mit Leseschwächen fördern. Neben einer Verbesserung der Lesekompetenz wird auch Textverständnis und Wortschatz erweitert. Es hat sich gezeigt, dass Kinder und Jugendliche, die so besser lesen lernten, auch in anderen Schulfächern bessere Leistungen zeigen. Dabei sehen sich die Lesecoaches nicht als Nachhilfe sondern möchten den Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass Lesen eine Alternative zu PC, Computerspielen etc. darstellt.

Das Projekt wächst stetig. Wir sind inzwischen an fast 20 Schulen in und um Frankfurt am Main mit mehr als 70 Lesecoaches tätig und fördern mehr als 100 Kinder und Jugendliche im Lesen. Einmal im Jahr wird ein “Lesetag“ für die gecoachten Kinder und Jugendlichen organisiert. Dieser findet im November eines Jahres statt, dieses Jahr zum 4. Mal. Es ist wünschenswert, dass in diesem Jahr auch die von uns in der Wilhelm-Merton-Schule gecoachten EIBE-Schülerinnen und Schüler und ihre Coaches daran teilnehmen. Als Anerkennung gibt es Urkunden, Buchgeschenke und andere Geschenke unserer Sponsoren.

EINS ZU EINS IN DER WILHELM-MERTON-SCHULE

Im Jahr 2011 kamen drei junge Frauen auf uns zu. Sie machten eine Ausbildung bei der Lufthansa und besuchten die Wilhelm-Merton-Schule 4-5 Wochen am Block für den Berufskundeunterricht. Während einer Projektwoche hatten sie sich als Projekt ausgedacht, die EIBE-Klassen zu unterstützen. EIBE ist eine Maßnahme zur Eingliederung junger Menschen in die Berufs- und Arbeitswelt. An der Wilhelm-Merton-Schule werden in EIBE Jugendliche unterrichtet, die erst seit Kurzem in Deutschland. Die jugendlichen Migrantinnen und Migranten in den EIBE-Klassen, die oft allein oder mit Familie aus vielen verschiedenen Länder gekommen und zwischen 16 und 19 Jahren alt sind, werden in einem und zwei Jahren zum Abschluss der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung und manchmal sogar zum Hauptschulabschluss geführt. Da die Jugendlichen erst seit sehr kurzer Zeit in Deutschland leben und erst wenige Wörter und nur einfache Satzstrukturen gelernt haben, fällt ihnen das Lesen von längeren deutschen Texten oft noch schwer. Die drei jungen Frauen, baten Freiwillig- Die Agentur in Frankfurt darum, sie bei ihrem Projekt zu unterstützen. Sie wollten, dass wir ein Seminar für neue Lesecoaches geben. Das Seminar fand im März 2011 in der Wilhelm-Merton-Schule statt. Einige der Teilnehmer am Seminar sind noch heute als Lesecoach in der Schule tätig.

ZWEI BEISPIELE

Seit Ende 2013 unterstütze ich zwei EIBE-Schüler im Alter von 18 Jahren im Lesen. Ein junger Mann kommt aus Somalia und ist erst seit ca. einem Jahr in Deutschland. Der junge Mann hat gelernt, alle schweren Wörter zu hinterfragen und liest die leichten Texte aus den DEUTSCH-PERFEKT Heften inzwischen fast flüssig und mühelos. Mit der oft nicht einfachen Aussprache im Deutschen hat er noch Schwierigkeiten, doch wir arbeiten daran und er wird immer besser.

Eine junge Frau kommt aus Afghanistan und ist schon mehr als zwei Jahre in Deutschland. So sind der Wortschatz und das Textverständnis bereits sehr gut entwickelt. Auch hier üben wir noch die Aussprache. Weil sie auch schwierigere Texte schon gut versteht, lesen wir das Buch “Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling.

Auch wenn das Coachen nicht immer einfach ist, mache ich es sehr gern, denn ich kann all mein Wissen einbringen!

...UND AUßERDEM....

Kürzlich hat uns die Messe Frankfurt für die „Messezeitung“ interviewt. Der Anlass dafür waren umfangreiche Buchgeschenke der Messe Frankfurt an Freiwillig-Die Agentur bei der AWO Frankfurt.

Unterstützt wird das Projekt EINSzuEINS-Die Lesecoaches an der Wilhelm-Merton-Schule von der Robert-Bosch-Stiftung.

 

Inge Koltermann

Ehrenamtliche Projektleitung

Freiwillig-Die Agentur in Frankfurt

Lesefüchse

 

EINSzuEINS-Die Lesecoaches


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