"Ein Stück gemeinsames Leben.“

 

ERASMUS+ Aufenthalt am Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut und bei der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom

Ich habe meinen sechswöchigen Auslandsaufenthalt für je drei Wochen sowohl am Kunsthistorischen Institut in Florenz als auch in der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom absolviert.

Das Kunsthistorische Institut in Florenz betreibt kunstgeschichtliche Grundlagenforschung im Dialog mit anderen Disziplinen. Es beschäftigt sich u. a. mit den Fragen nach der professionellen Ethik der Kunstgeschichte und die Beziehung von Ethik und Architektur sowie dem Engagement für cultural heritage (Kulturerbe). Des Weiteren befasst sich das Institut mit transkulturellen Dynamiken im mediterranen, europäischen und globalen Horizont, mit Stadt- und Bildräumen, Wissens- und Museumsgeschichte, mit Fotografie und ihren Archiven, Kunstgeschichte und Ökologie, dem Werk Leonardos, mit Bild/Sprachen, Bild und Recht sowie mit Bild- und Dingdiskursen.

Die Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom leistet Grundlagenforschung im Bereich der italienischen und globalen Kunst- und Architekturgeschichte.

Die einzelnen Abteilungen widmen sich u. a. dem geografischen Raum Süditalien, insbesondere Neapel und dem Mittelmeerraum und der globalen Vernetzung italienischer Kunst von der Frühen Neuzeit bis zur Moderne.

 

Bewerbung & Vorbereitung

 

Für die Teilnahme am Erasmus+ Programm sind einige Voraussetzungen gegeben, die erfüllt werden müssen. In erster Linie ist eine Zustimmung vom Ausbildungsbetrieb notwendig, ehe man sich über ein Motivationsschreiben samt der schriftlichen Zusage vom Ausbildungsbetrieb für einen Platz beim Erasmus+ Programm bewirbt.

Nach Rücksprache mit der Projektkoordinatorin Frau Schulz wird von ihr grünes Licht für die Praktikumssuche im Ausland gegeben. Ab diesem Zeitpunkt gilt das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, da nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen für das Erasmus+ Programm vergeben werden können.

Aufgrund dessen, dass ich an einem Institut innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft meine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement absolviere, wurden mir Plätze an den o. g. Instituten durch die Verwaltungsleitung vermittelt und somit blieb mir der gesamte Bewerbungsprozess glücklicherweise erspart.

Nach Zusage beider Institute wurde ein Vertrag aufgesetzt, in der u. a. die Höhe der Zuschüsse, die Partnerbetriebe und die Zeiträume des Aufenthaltes sowie die zu vermittelnden Lerninhalte, welche von den Partnerbetrieben ausgefüllt und unterschrieben werden müssen, festgelegt. Außerdem wird vor dem Beginn und nach Beendigung des Auslandsaufenthalts ein Sprach-Test in Englisch absolviert, um den Kenntnisstand vor und nach dem Praktikum abzurufen.

 

Anschließend konnte ich mit der weiteren Planung meines Auslandsaufenthaltsplanen wie z. B. das Buchen geeigneter Flüge (Frankfurt – Florenz / Rom – Frankfurt) und ggf. Zugverbindungen (Florenz – Rom).

 

Des Weiteren mussten noch folgende Dinge organisiert und abgeklärt werden:

 

1.      Eine ausreichende Auslandsversicherung abschließen:

In meinem Fall habe ich eine Versicherung über Erasmus+ abgeschlossen.

 

2.      Eine geeignete Unterkunft finden:

Da es sich bei meinen Partnerbetrieben um Forschungsinstitute handelt und Wissenschaftler aus aller Welt anzutreffen sind, bieten einige unserer Institute auch Gästeapartments an. Ich hatte das große Glück, dass mir in Florenz eine Wohnung seitens des Instituts für drei Wochen gestellt werden konnte. Für die restlichen drei Wochen in Rom habe ich mir selbstständig eine Wohnung (über booking.com) organisieren müssen.

3.      Mobilität in Italien:

Für die Mobilität innerhalb Italiens eigneten sich die Apps „Trenitalia“ für Zugverbindungen zwischen den Städten sowie die „Nugo“ App, die sich für den ÖPNV Bereich bewährt hat.

4.      Liquidität:

Es empfiehlt sich unbedingt eine Kreditkarte mitzunehmen, da man praktisch überall damit zahlen kann und nicht darauf angewiesen ist, Bargeld abzuheben, bei denen Gebühren zw. 5€ und 20€ entstehen können. Es wäre jedoch auch sinnvoll, vorab einen bestimmten Betrag Bargeld vor der Reise in Deutschland abzuheben, für den Fall, dass Kreditkarten nicht akzeptiert, diese verloren geht oder gesperrt wird.

5.      Kulturelle Unternehmungen/Freizeitgestaltung:

Das Auslandspraktikum dient nicht nur, um die vorher festgelegten Lerninhalte vermittelt zu bekommen, sondern in erster Linie das Land und ihr kulturelles Erbe kennenzulernen. Ich empfehle allen, sich vor der Reise Gedanken darüber zu machen „Was möchte ich sehen?“, „Wann möchte ich es sehen?“ und „Wie viel wird es mich ca. kosten?“.

 

Tätigkeiten in den Instituten

 

Einer der Hauptgründe, weshalb ich mich dazu entschieden habe, meine Praktika innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft zu absolvieren, war das Netzwerken und die Arbeitsabläufe – insbesondere in der Buchhaltung und dem Einkauf – kennenzulernen. Es war sehr interessant zu beobachten, wie verschieden die Institute teilweise gearbeitet haben und wie sich die Arbeitsabläufe für die gleichen Tätigkeiten unterschieden haben. Durch intensiven Austausch mit den Kolleg*innen konnte ich sowohl unsere eigenen Abläufe als auch die Abläufe in den Instituten in Florenz und Rom effizienter gestalten.

Zu meinen Aufgaben zählten u. a. das Buchen von Rechnungen, die Aktivierung und Auflösung von Anlagen, das Mitwirken bei der monatlichen KLR (Kosten- und Leistungsrechnung) und das Überarbeiten und Ausbessern von Institutsformularen sowohl für den Einkauf als auch für die Personalabteilungen. Des Weiteren kam ich erstmals mit dem Reverse-Charge-Verfahren und dem Vergaberecht sowie dem italienischen Arbeits- und Steuerrecht in Berührung.

Ein besonderes Highlight für mich war ein Sonderauftrag, den ich in Rom eigenständig durchführen durfte. Es ging darum, die Mitarbeiterzufriedenheit abzufragen, um u. a. die Arbeitsabläufe innerhalb der Verwaltung zu verschlanken bzw. zu optimieren.

 

Fazit

 

Mein Fazit zum Auslandspraktikum ist, dass ich sechs wundervolle Wochen in Italien verbracht habe, die leider viel zu schnell vergangen ist. Ich bin der Wilhelm-Merton-Schule, dem Erasmus+ Programm und meinem Ausbildungsbetrieb unheimlich dankbar für diese einmalige Chance, die ich in vollen Zügen genießen und nutzen konnte, um mich sowohl beruflich als auch persönlich weiterzuentwickeln. Selbstverständlich bin ich auch dankbar dafür, dass mich die Institute in Florenz und Rom so gut aufgenommen und in ihr Team integriert haben. Ich durfte tolle Menschen kennenlernen, mit denen ich eine super Zeit hatte und Freundschaften schließen konnte. Ich kann es nur wirklich jedem ans Herz legen, die Chance, ein Praktikum in Italien zu absolvieren, zu nutzen. Es ist egal, ob Florenz oder Rom, jede Stadt hat ihren ganz eigenen Charme. Während Florenz für mich ein Ort der Kunst, Romantik und Entspannung ist, ist Rom ein Ort der Vielseitigkeit und des puren Lebens.


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