Am 30.08. ist es endlich soweit - unsere Cafeteria kann wieder eröffnet werden! Die Schülerinnen und Schüler aus den Berufsvorbereitungsklassen werden uns dann wieder mit leckeren Gerichten und Snacks von ca. 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr versorgen.

Wir wünschen allen "Guten Appetit"!



Lebendiger Unterricht

Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste besuchten uns am
Montag, den 30. August 2010

Die acht jungen Freiwilligen im Durchschnittsalter von 21 Jahren waren ein Jahr lang in den USA, in Frankreich, Tschechien und Russland in sozialpolitischen Einrichtungen, Gedenkstätten und Bildungsprojekten tätig und haben dort viel erlebt.



Lebendige Informationen aus erster Hand erhielten die Berufsschülerinnen und Berufsschüler der Klassen 11 KT 06 und 11 BT 15 in Kleingruppengesprächen. So berichteten die Freiwilligen über ihre Beweggründe, sich ein Jahr lang freiwillig ins Ausland zu begeben, u. a. deshalb, um sich sozial zu engagieren, Zivi im Ausland sein zu können, die Sprache eines fremden Landes zu erlernen oder zu verbessern, in dessen Kultur einzutauchen, bestehende Vorurteile zu überprüfen, geschehenes Leid im Zweiten Weltkrieg auf ihre Art und Weise „wieder gut zu machen“ oder neue Erfahrungen auf einem Gebiet zu sammeln, das einem bisher fremd war. In zahlreichen amüsanten und fesselnden Episoden berichteten sie über ihren Tagesablauf, über Begegnungen mit ihnen anfangs fremden, aber immer stärker vertraut werdenden Menschen, über Missverständnisse, über unerwartete Aktionen etc. Sie erzählten über Dinge, mit denen sie konfrontiert wurden und die es zu bewältigen galt. Eindrucksvoll berichteten sie über die große Gastfreundschaft, die ihnen zuteil wurde. Zudem fanden sie viele neue Freunde und konnten Kontakte knüpfen, die sie zukünftig beruflich nutzen werden.



Eine wichtige und nahezu unerlässliche Erfahrung ist dieses eine Jahr – so waren sich alle Freiwilligen einig – auf jeden Fall für jeden. Nicht nur im Lebenslauf kann ein Auslandsaufenthalt förderlich sein. Auch für das eigene Ego, die eigene Entwicklung ist ein Jahr im Ausland eine unglaubliche Bereicherung. Vielleicht können wir ja den einen oder anderen doch motivieren, sich sozial zu engagieren – so die Freiwilligen. Denn menschliche Nächstenliebe und ein gewisses Maß an Egoismus greifen hier eng ineinander.






Nachtrag aus dem letzten Schuljahr

 

Freya Klier - eine Zeitzeugin der Bürgerrechtsbewegung der DDR bei uns zu Besuch

Am 15. Juni 2010 konnten wir Frau Freya Klier an unserer Schule als Gast begrüßen. Diesem Projekttag gingen unterschiedliche Erwartungen und Fragestellungen voraus. Wer ist diese Frau überhaupt? Wie hat sie es geschafft, trotz Republikflucht und Stasiknast Karriere als Schauspielerin in der DDR zu machen? Wie ist es ihr gelungen, über harte Schicksalsschläge, u. a. Tod ihres Bruders hinwegzukommen? Was hat sie dazu bewogen, der Bürgerrechtsbewegung in der DDR beizutreten und wie versucht sie, mit ihrer Biografie heute umzugehen?



Der Projekttag begann nach einer kurzen Vorstellung von Freya Klier mit ihrem Dokumentarfilm: Berlin-Moskau-Paris-Express, der über die größtenteils geglückte Flucht mehrerer Schüler aus einem Abi-Jahrgang eines Berliner Gymnasiums berichtet.

Nach einer kurzen Pause las Frau Klier aus ihrer Biografie. Jeweils im Anschluss bestand die Möglichkeit, mit Frau Klier ins Gespräch zu kommen.

Obwohl die meisten Schülerinnen und Schüler erst nach Mauerfall geboren sind und zudem als Hessen wenig Bezug zur ehemaligen DDR haben, waren die Schülerinnen und Schüler sehr an den persönlichen Erfahrungen von Frau Klier interessiert. Frau Klier schilderte sehr eingehend anhand von persönlichen Erlebnissen eine ganz andere Sichtweise auf die DDR, die sich von den historischen Daten und Fakten, die zumeist im Geschichtsunterricht vermittelt werden, deutlich unterschied. Obwohl die Auseinandersetzung mit der freiheitlichen-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland im Politikunterricht bei den meisten Schülerinnen und Schüler Ablehnung hervorruft, wurde einigen deutlich, welches Privileg es ist, freiheitlich, selbstbestimmt zu leben und seine Meinung frei äußern zu können. Der Begriff Diktatur bekam ein menschliches Antlitz und wurde durch die mitreißende Erlebnisschilderung von Frau Klier vorstellbarer. Überrascht waren viele Schülerinnen und Schüler, dass Frau Klier trotz ihrer mehrfachen Schicksalsschläge den Mut am Leben nicht verloren hat und eine sehr engagierte Persönlichkeit ist, die ihre Erfahrungen an andere weitergibt, zum Nachdenken über alltägliches Handeln anregt.

Wir danken Frau Klier sehr für den Besuch an unserer Schule, der für uns alle eine unheimliche Bereicherung war. Wir würden uns sehr freuen, Frau Klier erneut an unserer Schule begrüßen zu dürfen.


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„Unsere Schule ist mehr als ein Unterrichtsort, sie ist für alle Beteiligten auch ein Stück gemeinsames Leben.“

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